| Gedanken zur Feinmalerei
Nikos W. Dettmer ist Meister einer Kunst, die mit dem eingebürgerten Begriff der Feinmalerei
nur eingeschränkt erfasst werden kann. Es handelt sich nicht bloß um seine Detailtreue, seine
Präzision von Beobachtung und Darstellung, die fasziniert. Ob als Miniatur oder als mittleres
Format, seine Gemälde leuchten dem Betrachter entgegen. Die alte Technik der Lasurmalerei mit
Ölfarben, das Überlagern hauchdünner Farbschichten, prägt sie. Ein Teil des Lichtes wandert
zweimal durch diese Schichten. Es durchdringt sie auf dem Weg zur reflektierenden
Grundierung und erfährt danach eine zweite Metamorphose, bevor es die oberste Farbschicht wieder
verlässt.
An der makellos wirkenden Oberfläche vereinigen sich Tiefenlicht und direkte Reflexion. Dies
verleiht den Bildern eine besondere Magie der Farbe. Mit dieser Technik
erschafft Nikos W. Dettmer Gemälde von einer Strahlkraft wie Edelsteine, die bereits allein in ihrer Konsistenz kostbar
wirken. Und sie sind es auch, als bewundernswerte Ergebnisse einer perfekten Balance von Kunst
und Handwerk.
Feinmalerei ist etwas Überzeitliches, sie koppelt sich von den Moden der Kunstgeschichte, von
den Ismen der Moderne ab. So resistent Ihre Technik gegen das Altern ist, so widerstandsfähig
führt sie für ihre Liebhaber ein eigenständiges Leben neben dem normalen Getriebe des
Kunstmarktes. Sie braucht keine Big Events wie documentas, art-Messen und Biennalen. Ihre
Kostbarkeit erschließt sich aus den Werken selbst und in der Liebe der Besitzer zu ihren
Preziosen. Bilder von Nikos W. Dettmer sind daher beinahe mehr für den
Tresor eines Kenners als für den Bazar der Eitelkeiten geschaffen, und sie werden etwas Besonderes
bleiben, wenn die Karawanen der Innovationssuche in der zeitgenössischen Kunst vorübergezogen sind.
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